Finkenwerder Süderelbe
Das ca. 100 ha große Naturschutzgebiet „Finkenwerder Süderelbe" liegt nördlich von Neuenfelde im Alten Land und ist als ehemaliger Seitenarm der Elbe ein Teil des Elbästuars. Das Gebiet grenzt unmittelbar an das NSG Westerweiden und wird im Zusammenhang mit diesem durch vielgestaltige Wasserflächen, Uferbereiche und ehemalige Vorlandflächen mit Auwaldgehölzen sowie Feuchtfluren und extensiv genutztes Grünland, welches über Gräben mit der Alten Süderelbe in Verbindung steht, charakterisiert. Die Alte Süderelbe ist ein buchtenreiches, von Prielen und Rillen durchzogenes Stillgewässer. Es ist von Hochstaudenfluren, Röhrichten, Kleingewässern und Auwaldresten umgeben. Im Norden grenzt es an die Westerweiden.

Schutzzweck des Gebietes ist es, dieses als Lebensstätte für darauf angewiesene, seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie wegen seiner besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit zu erhalten und unter dem Einfluss der natürlichen Tidedynamik weiter zu entwickeln.

In den Feuchtgebieten des NSG Finkenwerder Süderelbe finden zahlreiche typische Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum. So gibt es hier mehr als 300 Arten von Nachtschmetterlingen. Am Nordrand des alten Elbarms lässt sich das Fluss-Greiskraut, eine typische Begleitart der Unterläufe großer Ströme, die in Hamburg auf der Roten Liste als stark gefährdet steht, finden. Ebenso hat in der mosaikartig aufgebauten Landschaft des Gebietes auch der Schlickfall-Wald, ein naturnaher Feuchtwald, einen geeigneten Standort gefunden. Die beruhigten und naturbelassenen Hochstaudenfluren und Röhrichte der Alten Süderelbe sind außerdem wichtige Lebensräume für zahlreiche Vogelarten. Dazu zählen Eisvogel und Fischadler sowie Rohrweihe und Knäkente. Im Schlickfall-Wald lassen sich Pirol und Beutelmeise finden. Ebenfalls hat der Seefrosch, als typischer Bewohner von Flussauen, mit ca. 150 Tieren hier das größte Vorkommen in Hamburg.

Betreut wird das NSG durch die Stadtteilgruppe Süd des NABU - Hamburg. Der NABU unterhält im Gebiet zwei Beobachtungshütten, die durch ihre abgeschiedene Lage ungestörte Naturbeobachtungen erlauben. Auch vom Neß Hauptdeich aus kann man einen guten Überblick über die Alte Süderelbe und die Westerweiden genießen.
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