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Warum sind die Baggermengen in den letzten Jahren so drastisch angestiegen?

In den vergangenen Jahrzehnten hat es eine Vielzahl von Veränderungen  an der Tideelbe gegeben. Diese sind auf vielfältige Ursachen zurückzuführen. So führen neben natürlichen Veränderungen, wie z.B. der Materialverlust im Bereich der Mündung und der fortschreitende Meeresspiegelanstieg die Baumaßnahmen an der Tideelbe, wie z.B. der Bau des Wehres in Geesthacht, die Fahrrinnenvertiefungen, der Verlust von Tidevolumen und die Abdämmung von Sedimentationsräumen durch den Bau von Sperrwerken zu Veränderungen des Tideregimes. Infolgedessen wird auch die Verlandung von Flachwasserbereichen / Nebenelben und der Aufwuchs von Wattflächen begünstigt. Dies wiederum führt dazu, dass der einsetzende Flutstrom stärker auf den Hauptstrom konzentriert wird und den Tidalpumping Effekt verstärkt. In der Summe kommt es zu einer deutlich messbaren Verände­rung der Hydrologie des Systems in den vergangenen 50 Jahren. Jedoch lässt die zeit­liche Überschneidung verschiedener Eingriffe kaum eine Quantifizierung der Aus­wirkungen einzelner Maßnahmen zu.

Als Ursachen für die Zunahme des Tidalpumping Effektes und damit auch für den drastischen Anstieg der Baggermengen seit 2000 wirken eine Reihe von Ursachen zusammen. Hierzu zählen nicht nur die letzte Fahrrinnenanpassung und dessen morphologischer Nachlauf, sondern auch die Zunahme des Schiffsverkehrs, der Bau von Unterwasserablagerungsflächen im Bereich der Trübungszone, die Umstrukturierungen im Hafen, die Kreislaufbaggerungen an der Landesgrenze, u.v.m. Insgesamt wird deutlich, dass sich die Sedimentdynamik innerhalb der Tideelbe ungünstig verändert hat, so dass neue Umlagerstrategien und Strombaumaßnahmen zur Dämpfung des Tidehubes dringend erforderlich werden.

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TIDEELBE - wetter